Die Kirchengemeinde Hartmannshof umfasst die Orte Deinsdorf, Guntersrieth, Hartmannshof, Haunritz, Hunas, Mittelburg, Stallbaum, Waizenfeld und Weigendorf. Bis 1931 gehörten die meisten Gemeindeglieder zur St.-Laurentius-Kirche in Pommelsbrunn. Bereits zuvor gab es jedoch regelmäßige Bibelstunden im Winterhalbjahr (seit 1903) sowie seit 1908 einen eigenen Friedhof in Hartmannshof.
Kirchenbau
Zwischen den Kirchsprengeln von Pommelsbrunn, Etzelwang und Fürnried entstand von 1929 bis 1931 unter Pfarrer Friedrich Braun und Architekt Hanns Pittrof die heutige Kirche. Sie wurde aus heimischem, gespendetem Quaderstein errichtet; auch das Holz für Dach und Decke stifteten Gemeindeglieder.
Der Grundriss folgt der Form einer Ellipse. Der Prediger steht im Brennpunkt – ein bewusster architektonischer Ausdruck dafür, Gemeinde und Verkündigung nahe beieinander zu halten. Der Kirchenraum misst 16,2 × 13,2 × 8 Meter und bietet bis zu 500 Sitzplätze, davon 155 auf der freitragenden Empore. Der Turm ist 25 Meter hoch.
Zur 50-Jahr-Feier im Jahr 1981 erhielt das Gotteshaus den Namen Friedenskirche, angelehnt an das Weihewort aus Johannes 14,27: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“
Ausstattung und Kunstwerke
Die Friedenskirche ist reich an künstlerischen Details und handwerklichen Besonderheiten, die ihre Geschichte und den Glauben der Gemeinde widerspiegeln:
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Glocken:
Die ursprünglichen vier Glocken waren auf die Idealstimmung e–g–a–c abgestimmt und nach ihren Stiftern benannt. Drei wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 1958 konnten sie ersetzt werden; 1968 kam die ehemalige Schulglocke von 1889 als fünfte Stimme hinzu. -
Steinguss-Relief „Der sinkende Petrus“:
Das große Hochrelief (Peter Kuschel, 1969) zeigt Petrus, der im Zweifel zu sinken beginnt, und Christus, der ihm die Hand reicht. Es begrüßt Besucher bereits in der Vorhalle und erinnert an Gottes Zuspruch in Zeiten der Unsicherheit. -
Eingänge und Bilder:
Im Westeingang befindet sich ein Porträt von Pfarrer Friedrich Braun, dem Initiator des Kirchenbaus.
Der Osteingang zeigt eine Kopie der Weihnachtsgeschichte nach dem Isenheimer Altar, gefertigt von Ottmar Engelhardt (Ottensoos). Das zugehörige Bild „Der Auferstandene“ ist heute im Gemeindehaus zu sehen. -
Innenraum:
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Kruzifix: Das imposante Kreuz mit Christusfigur ist eine Stiftung von Kommerzienrat Karl Wengelein und bildet das Zentrum des Kirchenraums.
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Taufstein, Kanzel und Altar: Gefertigt aus Hartmannshofer Marmor. Der Taufstein trägt Symbole wie Fisch, Schiff, Anker und Ölzweig – Zeichen des christlichen Glaubens und der Hoffnung.
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Sakristeitüren: Mit kunstvollen Holzeinlegearbeiten von Johann Förderreuther, die das „Quellwunder des Mose“ und die „eherne Schlange“ zeigen – Sinnbilder für Gottes Hilfe und Heilung.
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Freskenband: Ein 25 Meter langer Bildfries von Hans Gerstacker zeigt Szenen von der Urgeschichte über die Propheten bis hin zu Jesu Wirken und dem Ruf in die Nachfolge. Zudem sind Personen aus dem damaligen Leben Hartmannshofs dargestellt.
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Glasfenster: Die Fenster zeigen zentrale Szenen aus Jesu Leben, darunter Geburt, Flucht nach Ägypten, die Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena und das Gespräch Jesu mit Petrus: „Hast du mich lieb?“
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Weitere Kunstwerke:
Zwei weitere Bilder – „Der Gekreuzigte“ und „Jesu Taufe“ – ergänzen die biblische Symbolik des Kirchenraums. -
Bronzetafeln an der Nordwand:
Gedenktafeln erinnern an zwei bedeutende Förderer:
Dr. med. Ferdinand Fuchs, der sich in besonderer Weise für den Kirchenbau eingesetzt hat,
und Kommerzienrat Georg Sebald, der mit Rat, Unterstützung und Materialien entscheidend zum Gelingen des Baues beitrug.
Orgel und liturgische Ausstattung
Die Orgel wurde 1948 von der Firma Steinmeyer (Oettingen) erbaut und 1970 erweitert. Sie verfügt über 18 Register und 1.162 Pfeifen und begleitet Gottesdienste und Konzerte mit einem eindrucksvollen Klang. Der Kronleuchter der Kirche wurde 1953 gestiftet.
Die Abendmahlsgeräte und liturgischen Gefäße stammen aus verschiedenen Stiftungen des 20. Jahrhunderts; ältere Zinnkannen aus dem 18. Jahrhundert sind ebenfalls Teil des Bestands und Zeugnisse kirchlicher Tradition.
Einweihung
Die Friedenskirche wurde am 7. Juni 1931 eingeweiht. Schon am Weihetag wurde das Wort aus Johannes 14,27 in der Grundsteinurkunde festgehalten – später gab es der Kirche ihren Namen.
